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Mit Entsetzen und mit Abscheu hat die AG „Für den Frieden“ an der KGS Rastede den antisemitischen, rassistischen und rechtsextremistischen Anschlag auf die Synagoge in Halle zur Kenntnis genommen. Wir gedenken der beiden Opfer und sind in Gedanken bei ihren Angehörigen. Und wir solidarisieren uns mit der Jüdischen Gemeinde in Halle sowie mit allen Juden und Jüdinnen in der BRD und bekunden ihnen unsere Anteilnahme.

Seit Jahrhunderten werden Juden gedemütigt, verfolgt und ermordet - bis hin zur systematischen Massenmord an 6 Millionen Juden durch den Deutschen Faschismus.

Dieser historische Antisemitismus lebt bis heute fort. Antisemiten beleidigen, bedrohen und ermorden jüdische Menschen, greifen jüdische Einrichtungen an und verbreiten antisemitische Parolen. Die Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte weist in ihrer Studie vom Dezember 2018 nach, dass 41 Prozent der bundesdeutschen Juden 2018 eine antisemitische Erfahrung gemacht haben - der europäische Durchschnitt liegt bei 28 Prozent. Immer noch greift der Antisemitismus tief in den Alltag der Minderheiten ein. Längst ist der Antisemitismus ein Bestandteil der abendländischen Zivilisation.

Zugleich kündigen Rassist*innen und Rechtsextremist*innen und ihre Organisationen den Konsens der bundesdeutschen Wertegemeinschaft immer häufiger und immer unverhohlener auf. So wie die AfD, deren rassistische, antidemokratische, nationalistische, menschenfeindliche Ideologie den Völkermord des Nationalsozialismus an den Juden als „Vogelschiss in über tausend Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“ (Gauland) verharmlost. Und die Zustimmung bei der Wahlbevölkerung wächst. „Wer rechtsextrem ist, (…) findet seine neue Heimat bei der AfD.“ (Leipziger Autoritarismus-Studie 2018).

Rassist*innen und Rechtsextremist*innen befolgen einen Kodex der Entgrenzung und des Verbrechens. Sie greifen Flüchtlingsunterkünfte an und töten Politiker. Und immer wieder attackieren sie ihre Feindbilder: Menschen nicht-deutscher Staatsangehörigkeit, Muslime, Sinti und Roma - und eben Juden.

Wie auch in Halle. Ausgerechnet an Jom Kippur, dem höchsten Feiertag des jüdischen Kalenders, versucht der schwerbewaffnete Attentäter, das Recht der Juden auf ihr Dasein auf der Erde brutal und rücksichtslos zu beseitigen. Dass die Tragödie nicht noch größere Ausmaße annimmt, ist lediglich glücklichen Umständen zu verdanken. Angst und Schrecken hinterlässt sie trotzdem. Nicht zur Unrecht werden sich viele Juden und Jüdinnen wieder einmal die Frage stellen, ob die BRD weiterhin ihre Heimstatt sein kann.

Unsere AG „Für den Frieden“ verurteilt diesen gemeinen Anschlag auf schärfste. Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus gefährden unseren demokratischen Staat und die pluralistische Gesellschaft der BRD. Damit wollen wir uns nicht abfinden. Und deshalb müssen wir allen Antisemit*innen, allen Rassist*innen und allen Rechtsextremist*innen nach dem Anschlag von Halle zeigen: Der Anschlag hat uns alle getroffen und wir alle wehren uns gemeinsam gegen diese Gewalt, gegen Antisemitismus, Rassismus und gegen diesen Rechtsextremismus.

Wir wollen gemeinsam in einer Welt des Friedens, der Freiheit, der Gerechtigkeit und des Glück leben. Einer Welt, in der Juden und Nicht-Juden sich gegenseitig akzeptieren und ihren Alltag gemeinsam gestalten. Eine Welt, in der Juden überall einfach dazu gehören, so wie alle anderen Menschen auch - „damit dieser Planet ein Ort bleibt, wo Menschen wohnen können“ (Hannah Arendt).

Dr. Michael Luttmer für die AG "Für den Frieden"

 

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