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Inhalt: Bündische Jugend und Edelweißpiraten Die Edelweißpiraten Oppositionelles Verhalten von Jugendlichen Bartholomäus Schink Preis 2001 Bündische Jugend und Edelweißpiraten Die bündische Jugendbewegung entsteht aus den Versuchen Jugendlicher, die starren Formen der bürgerlichen Welt durch jugendgemäße Lebensformen zu überwinden. Gemeinsame Fahrten, kämpferische Lieder, aber auch die innere Distanzierung von dem als erstarrt empfundenen politischen Leben und von der Arbeit in Büros und Fabriken sind Ausdruck einer breiten und vielfältigen Jugendopposition. Die Nationalsozialisten versuchen mit ihrer Jugendorganisation, der Hitler-Jugend (HJ), diese Traditionen auszunutzen. Nach 1933 wird die HJ Staatsjugend und beansprucht, damit eine einheitliche deutsche Jugendorganisation geschaffen zu haben. Eine Minderheit bündisch geprägter Jugendlicher erkennt jedoch, dass gerade diese Zwangsvereinigung der bündischen Gruppen durch Verbote, Auflösung oder Übertritte das Ende jugendlicher Unabhängigkeit bedeuten muss. Sie versuchen, die bündische Tradition zu erhalten und zum Kern einer Opposition Jugendlicher werden zu lassen, die schon bald von der HJ-Führung bekämpft und von Polizei und Justiz verfolgt wird. nach oben Die Edelweißpiraten
Seit Mitte der dreißiger Jahre werden Angehörige von Gruppen, die sich außerhalb der Hitler-Jugend organisieren, zunehmend verfolgt. Immer wieder zerschlägt die Gestapo bündisch geprägte Gruppen, die nun vor allem im Westen des Reiches entstehen und nicht selten in der Hitler-Jugend ihren schärfsten Gegner sehen. In Köln, einer besonders stark durch Bombenangriffe zerstörten Stadt, bilden sich seit 1941/42 verschiedene oppositionelle Jugendgruppen, die Polizei und Justiz zu umfangreichen Ermittlungen veranlassen. Die NS-Behörden halten die Aktivitäten der Jugendgruppen für staatsfeindlich oder landesverräterisch und stützen ihr Urteil vor allem auf die oppositionellen Gruppenlieder. In vielen Orten des Ruhrgebietes, Sachsens und anderer Industriezentren bilden sich außerhalb der Hitler-Jugend immer wieder neue Jugendgruppen. Vielfach gehören ihnen Jugendliche an, die die bündische Tradition nur noch vom Hörensagen kennen und während des Krieges dem eintönigen "Dienst" in der HJ entgehen wollen. Einige dieser Gruppen entwickeln ihr Selbstbewusstsein aus dem Gegensatz zur HJ, andere verbinden politischen Oppositionswillen mit dem Wunsch, jugendliche Unabhängigkeit zu demonstrieren. Die Angehörigen dieser Gruppen, die sich "Cliquen, Blasen und Horden" nennen oder nach ihren Treffpunkten - wie die Kittelbachpiraten - und gemeinsamen Abzeichen - wie die Edelweißpiraten bezeichnen, erkennen sich an unauffälligen Gemeinsamkeiten wie Liedern, Kleidungsstücken. Abzeichen oder Grußformen. Oppositionelles Verhalten von Jugendlichen
Im Jahre 1939, sechs Jahre nach dem Verbot der vielfältigen politischen, kirchlichen und bündischen Jugendbewegungen im Sommer 1933, wird für alle deutschen Jugendlichen im Alter von zehn bis achtzehn Jahren eine "HJ-Dienstpflicht" eingeführt. Versuche, außerhalb der Hitler-Jugend mit Gleichaltrigen Formen eines unabhängigen Gemeinschaftslebens zu entwickeln, werden von der NS-Führung als Auflehnung gegen den Staat verfolgt. Besonders die Gruppen der „Swing-Jugend" gelten den Nationalsozialisten als Ausdruck enthemmter Lebensweise. Während des Krieges empören sich Jugendliche über die Behandlung von Zwangsarbeitern, Juden und Kritikern des Regimes im Alltag. Sie versuchen, den Verfolgten und Rechtlosen beizustehen. Aus dieser Haltung, Anstand zu beweisen und Mitgefühl zu zeigen, entsteht eine oppositionelle Grundhaltung, die schließlich in die aktive Gegnerschaft münden kann. Deshalb werden jugendliche Regimegegner bald ohne Rücksicht auf ihr Alter verfolgt und vielfach ermordet. In verschiedenen Großstädten finden sich seit den späten dreißiger Jahren Jugendliche zusammen, um gemeinsam Jazzmusik zu hören, zu tanzen und offen miteinander zu sprechen. Sie wollen außerhalb der Hitler-Jugend ihren eigenen Weg gehen und in bewusstem Gegensatz zu den nationalsozialistischen Beeinflussungsversuchen ihre Persönlichkeit entfalten. Ihre Gemeinsamkeit finden sie häufig in ihrer Begeisterung für amerikanischen Jazz, den "Swing“, der den führenden Nationalsozialisten als "Negermusik" und Symbol "kultureller Entartung" gilt.
Wenige Tage, nachdem Himmler im Januar 1942 einen Bericht des Reichsjugendführers Artur Axmann über die "Cliquen" erhält, weist er Heydrich als Chef der Gestapo an, mit allen Mitteln gegen die Gruppen der “Swing-Jugend" vorzugehen. Innerhalb weniger Wochen werden viele von ihnen verhaftet und in das Jugendkonzentrationslager Moringen im Harzvorland oder in andere Konzentrationslager verschleppt. Ein Jugendlicher berichtet später: "Als Krönung' gab es die Prügelstrafe, 15 bis 25 Doppelschläge, die immer am Sonntag verabreicht wurden. Der Betreffende musste sich öffentlich zu seinen Schandtaten' bekennen. Dann musste er sich über einen Schemel legen und mit den Händen die Schemelbeine festhalten. Zwischen die Zähne bekam er ein Stück Holz, auf das er beißen musste".
Trotz der brutalen Verfolgung oppositioneller Jugendlicher gelingt es der Geheimen Staatspolizei nicht, die Gruppen der „Swing-Jugend" und der oppositionellen "Cliquen" dauerhaft abzuschrecken. Immer wieder entstehen neue Verbindungen, in denen versucht wird, dem Lebensgefühl Heranwachsender Ausdruck zu geben und das Recht auf die eigene Persönlichkeitsentwicklung zu demonstrieren. Mehr als zweieinhalb Jahre nach der ersten Anordnung Himmlers, „radikal" und "brutal" gegen oppositionelle Jugendliche vorzugehen, muss Kaltenbrunner, der Chef des Reichssicherheitshauptamtes, 1944 deshalb erneut alle Polizeidienststellen anweisen, die Mitglieder von oppositionellen Jugendgruppen und Cliquen systematisch zu überwachen und zu bekämpfen. nach oben Oppositionelles Verhalten von Jugendlichen
Im Jahre 1939, sechs Jahre nach dem Verbot der vielfältigen politischen, kirchlichen und bündischen Jugendbewegungen im Sommer 1933, wird für alle deutschen Jugendlichen im Alter von zehn bis achtzehn Jahren eine "HJ-Dienstpflicht" eingeführt. Versuche, außerhalb der Hitler-Jugend mit Gleichaltrigen Formen eines unabhängigen Gemeinschaftslebens zu entwickeln, werden von der NS-Führung als Auflehnung gegen den Staat verfolgt. Besonders die Gruppen der „Swing-Jugend" gelten den Nationalsozialisten als Ausdruck enthemmter Lebensweise. Während des Krieges empören sich Jugendliche über die Behandlung von Zwangsarbeitern, Juden und Kritikern des Regimes im Alltag. Sie versuchen, den Verfolgten und Rechtlosen beizustehen. Aus dieser Haltung, Anstand zu beweisen und Mitgefühl zu zeigen, entsteht eine oppositionelle Grundhaltung, die schließlich in die aktive Gegnerschaft münden kann. Deshalb werden jugendliche Regimegegner bald ohne Rücksicht auf ihr Alter verfolgt und vielfach ermordet. In verschiedenen Großstädten finden sich seit den späten dreißiger Jahren Jugendliche zusammen, um gemeinsam Jazzmusik zu hören, zu tanzen und offen miteinander zu sprechen. Sie wollen außerhalb der Hitler-Jugend ihren eigenen Weg gehen und in bewusstem Gegensatz zu den nationalsozialistischen Beeinflussungsversuchen ihre Persönlichkeit entfalten. Ihre Gemeinsamkeit finden sie häufig in ihrer Begeisterung für amerikanischen Jazz, den "Swing“, der den führenden Nationalsozialisten als "Negermusik" und Symbol "kultureller Entartung" gilt.
Wenige Tage, nachdem Himmler im Januar 1942 einen Bericht des Reichsjugendführers Artur Axmann über die "Cliquen" erhält, weist er Heydrich als Chef der Gestapo an, mit allen Mitteln gegen die Gruppen der “Swing-Jugend" vorzugehen. Innerhalb weniger Wochen werden viele von ihnen verhaftet und in das Jugendkonzentrationslager Moringen im Harzvorland oder in andere Konzentrationslager verschleppt. Ein Jugendlicher berichtet später: "Als Krönung' gab es die Prügelstrafe, 15 bis 25 Doppelschläge, die immer am Sonntag verabreicht wurden. Der Betreffende musste sich öffentlich zu seinen Schandtaten' bekennen. Dann musste er sich über einen Schemel legen und mit den Händen die Schemelbeine festhalten. Zwischen die Zähne bekam er ein Stück Holz, auf das er beißen musste".
Trotz der brutalen Verfolgung oppositioneller Jugendlicher gelingt es der Geheimen Staatspolizei nicht, die Gruppen der „Swing-Jugend" und der oppositionellen "Cliquen" dauerhaft abzuschrecken. Immer wieder entstehen neue Verbindungen, in denen versucht wird, dem Lebensgefühl Heranwachsender Ausdruck zu geben und das Recht auf die eigene Persönlichkeitsentwicklung zu demonstrieren. Mehr als zweieinhalb Jahre nach der ersten Anordnung Himmlers, „radikal" und "brutal" gegen oppositionelle Jugendliche vorzugehen, muss Kaltenbrunner, der Chef des Reichssicherheitshauptamtes, 1944 deshalb erneut alle Polizeidienststellen anweisen, die Mitglieder von oppositionellen Jugendgruppen und Cliquen systematisch zu überwachen und zu bekämpfen. nach oben Bartholomäus Schink Bartholomäus Schink wird 1927 in Köln geboren und wächst mit vier Geschwistern in der Familie eines Postbeamten auf. Obwohl er der Hitler-Jugend angehört, trifft er sich als Sechzehnjähriger mehrfach mit Kölner Jugendlichen, die sich zu den Edelweißpiraten rechnen. Im Spätsommer 1944 stößt Schink mit seinem jüngeren Freund Günter Schwarz zu einer illegalen Gruppe um den geflohenen KZ-Häftling Hans Steinbrink. Ihre Mitglieder verüben in der zerstörten Stadt zunächst Diebstähle, später horten sie auch Waffen und Sprengstoff, um sich, wie sie hoffen, als Partisanen in den "Endkampf" einschalten zu können. Bei Auseinandersetzungen mit der Gestapo schießen sie schließlich auf örtliche NS-Führer und Polizisten, treffen aber auch unbeteiligte Passanten. Schink und Schwarz werden mit anderen nach ihrer Verhaftung und schweren Misshandlungen ohne Gerichtsverfahren am 10. November 1944 öffentlich gehängt.
Literaturhinweis: Detlef Peukert: Die Edelweißpiraten. Protestbewegung jugendlicher Arbeiter im Dritten Reich. Eine Dokumentation Köln 1980 Thema Vor 50 Jahren
POLITIK IN RASTEDE Politischer Neuanfang in Rastede
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Übersicht: Wettbewerbsausschreibung Preisverleihung Ausschreibung 
Preisverleihung Drei erste Preise wurden an der KGS beim Wettbewerb verliehen. Gewonnen haben jedoch nicht nur die ersten erfolgreichen Teilnehmer. Von Wolfgang Müller
Rastede. Sie haben mit Zeitzeugen gesprochen, Archivmaterial ausgewertet, mit den Ergebnissen der Recherchen Wandzeitungen und einen Videofilm erstellt. Mit dem politischen Neuanfang nach Ende des Zweiten Weltkrieges befassten sich Schülerinnen und Schüler aller Schulformen und Altersstufen der KGS Rastede im Rahmen des Wettbewerbes um den Bartholomäus-Schink-Preis. Gestern wurden die erfolgreichen Teilnehmer ausgezeichnet - mit drei ersten und vier weiteren Preisen. Mit insgesamt 1000 DM hatten die SPD, die Arbeiterwohlfahrt und erstmals auch die Bündnisgrünen diese Aktion unterstützt. "Profitiert haben von diesem Wettbewerb alle: Die Teilnehmer, die ihre Aufgaben in vielfältigen Formen gelöst haben, die Mitglieder der Jury,die viel Neues über Rastede erfahren haben, und auch die Betrachter der eingereichten Beiträge dürfen sich als Gewinner fühlen", meinte Wilhelm Meyer, Elternvertreter im Ausschuss Bartholomäus Schink in seiner Laudatio. Zuvor hatte Schulleiter Hans-Günther Speetzen das Engagement der jungen Leute gewürdigt - und dankbar an die Menschen erinnert, die in der Nachkriegszeit den Kampf gegen Not und Verzweiflung aufgenommen und an verantwortlicher Stelle in nun demokratischen Formen am Wiederaufbau mitgewirkt haben. In Gegenwart des Bürgermeisters Mdl Dieter Decker, des SPD-Ortsvorsitzenden Rüdiger Kramer, Michael Köver und Gabi Onnen von den Bündnisgrünen und der Spitze der Arbeiterwohlfahrt war die Veranstaltung von Mitgliedern des Leistungskurses Musik mit dem Dylan-Song "The Times They Are A - Changing" eröffnet worden.Die ersten Preisträger:Yvonne Dulitz und Michael Freymuth (Sekundarstufe II) waren insbesondere auf den ersten Bürgermeister und den ersten Gemeindedirektor eingegangen und hatten sich mit dem Wahlprogramm der SPD beschäftigt. David Albrecht, Florian Denker und Michael Sudmann (Sekundarstufe I) hatten sich am Beispiel der CDU mit der Politik im Ammerland in den vergangenen 50 Jahren befasst. Inga Ammermann, Katrin Hainke, Rieke Kropp, Anika Langelittich, Carola Schmidt und Nina Stühring (6 B 3) der Orientierungsstufe) hatten sich mit der Wohnungsnot und der Flüchtlingsproblematik beschäftigt und Zeitzeugen zu Wort kommen lassen.
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