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Die sechs Themen für den Jahrgang, der 2011 in die Qualifikationsphase eintritt und 2013 das Abitur ablegen möchte, lauten:
„Leg Dein Ohr auf die Schiene der Geschichte“ (Freundeskreis)
Geschichte(n) in Liedern (Herr Buckmann)
Sportgroßveranstaltungen (Herr Diekmann)
Shakespeare (Frau Mellor)
Geschichte im Film (Herr Th. Meyer)
Hispanics in den USA (Frau Polat)
„Wettlauf zu den Polen ?“ (Herr Dr. Riedel)
„Leg Dein Ohr auf die Schiene der Geschichte“ (Freundeskreis)
Geschichte(n) in Liedern (Herr Buckmann)
Walther von der Vogelweide nutzte es als Propaganda, Franz Schubert als verklausulierte Anklage, Nina Hagen als Provokation. Das Lied als Quelle dokumentiert vor allem sozial-, alltags- und mentalitätsgeschichtliche Aspekte der Historie und zeigt häufig eine Perspektive von unten. Sein emotionaler Gehalt, der sich besonders über die Musik vermittelt, lädt zur Auseinandersetzung mit historischen Positionen, Stimmungen, Meinungen und Wirkungsabsichten ein.
In Ihrer Facharbeit stehen Ihnen methodisch vielfältige Zugänge offen. So beschränken Sie sich nicht nur darauf, Inhalte von Liedtexten in den historischen Kontext einzuordnen, sondern analysieren darüber hinaus nach lyrischen und musikalischen Parametern und berücksichtigen rezeptions- sowie musikgeschichtliche Aspekte.
Dieses Seminarfach richtet sich also an Musikinteressierte, die sich nicht nur für Musik interessieren. Es wird nicht vorausgesetzt, ein Musikinstrument spielen zu können.
Mit diesem Seminarfach wählen Sie auch eine Studienfahrt in eine europäische Großstadt, die uns einmalige Lernorte zu unserem Thema, aber auch vieles mehr bietet.
Sportgroßveranstaltungen (Herr Diekmann)
Das Thema Sportgroßveranstaltungen bietet einen breiten Zugang zu unterschiedlichen Fragestellungen aus dem Bereich des Sports.
Betrachtet man das Thema unter einem historischen Schwerpunkt, so ließe sich die Entwicklung von Großveranstaltungen im weiteren Sinn von der Antike bis in die heutige Zeit verfolgen. Dabei spielen insbesondere die Olympischen Spiele eine zentrale Rolle.
Ein gesellschaftlicher Schwerpunkt könnte sich mit der Motivation zur Durchführung und zum Besuch von Sportveranstaltungen beschäftigen. In der Fußballbundesliga eilt die Zahl der Besucher in jeder Saison zu einem neuen Rekord. Neben dem klassischen Fan geht mittlerweile die ganze Familie samstags in die Stadien. Welche Bedingungen stecken hinter dieser Entwicklung? Wie verhält es sich in anderen Ländern und in anderen Sportarten?
Der Sport hat mittlerweile neben der politischen auch eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. Welche Argumente stehen hinter der Entscheidung, eine Fußball-WM in Katar durchzuführen? Bei Sportveranstaltungen werden Millionenumsätze gemacht und die Veranstalter treten als Arbeitgeber auf. Für den reibungslosen Besuch von 80.000 Zuschauern bedarf es einer ausgeklügelten Logistik. Wie funktioniert das Zusammenspiel von Verein, Verwaltung, Verkehr, Polizei und Dienstleistern? Was passiert hinter den für die Zuschauer sichtbaren Kulissen?
Und natürlich verändert sich durch die Rolle der Großveranstaltungen der Sport selbst. Die Bedeutung und Beliebtheit von Sportarten steht in Abhängigkeit zu ihrer Medienpräsenz. Regeländerungen sollen Sportarten medientauglicher machen. Wie bereitet sich ein einzelner Sportler auf das eine Ereignis vor? Welche Vorbereitungen trifft ein Trainer und der Betreuerstab?
Die inhaltliche Ausgestaltung des Faches und der Facharbeit kann sich an diesen Fragestellungen und dem eigenen schulischen Schwerpunkt orientieren. Als Ziel der Studienfahrt bietet sich Rom an, mit der Möglichkeit des Besuchs historischer und aktueller Wettkampfstätten. Alternativen wären z. B. München oder Berlin mit der Option des Besuchs von Sportveranstaltungen und der Besichtigung von Stadien und Hallen.
Shakespeare (Frau Mellor)
William Shakespeare (1564-1616) ist sicherlich der bekannteste und auch heute noch am meisten aufgeführte Dramatiker der Weltliteratur. Geheimnisse ranken sich um seine Biografie, so ist bis heute nicht eindeutig geklärt, wann er genau geboren wurde und es ist nicht überliefert, was er in bestimmten Jahren seines Lebens tat. Dementsprechend faszinierend ist die Beschäftigung mit dem Leben und Werk dieses berühmten Schriftstellers. Natürlich wurde er geprägt von seiner Zeit, dem elisabethanischen Zeitalter. Seine Stücke, die Themen wie Liebe und Eifersucht, Ruhm und Machtbesessenheit, Loyalität und alle nur erdenklichen menschlichen Schwächen behandeln, sind jedoch absolut zeitlos.
In diesem Seminarfach wollen wir uns neben den Stücken Shakespeares mit der Kultur- und Geistesgeschichte Englands im 16. Jahrhundert beschäftigen, auch im Vergleich mit anderen europäischen Ländern. Aus zahlreichen Shakespeare-Dramen sind Filme entstanden (beispielsweise „Romeo and Juliet“ von Baz Luhrmann), die untersucht werden können. Auch Opernversionen von Shakespeares Dramen gibt es, die Grundlage für die Untersuchung in einer Facharbeit sein könnten. Fragen der Rezeption und Übersetzungsgeschichte sind ebenfalls zu klären. Schließlich soll es auch um Theatergeschichte und –praxis gehen, das heißt wir werden im Rahmen des Seminarfachs möglichst oft gemeinsam in Shakespeare-Aufführungen (beispielsweise in der Bremer Shakespeare Company) gehen. Gerade die Bremer Shakespeare Company hat eine ganz eigene Übersetzungs- und Aufführungspraxis, die wir genauer kennenlernen wollen.
Interesse an englischer Sprache, Literatur, Geschichte und Theater sind also gute Voraussetzungen für den Besuch dieses Seminarfachs.
Die Kursfahrt soll nach London, wo Shakespeare lange gelebt hat, und Stratford-upon-Avon, dem Geburtsort Shakespeares, führen.
Geschichte im Film (Herr Meyer My)
Meistens verwendet man im Fach Geschichte schriftliche und bildliche Quellen, die den direkten Niederschlag historischen Handelns darstellen bzw. abbilden (Urkunden, Akten, Gemälde, Karikaturen usw.). Geschichtliche Themen werden jedoch auch seit jeher in Spielfilmen, Fernsehserien und Dokumentarfilmen verwendet. Sie werfen einen sehr speziellen Blick auf die Vergangenheit, sowohl die dargestellte, als auch auf ihre jeweilige Entstehungszeit - und sie können versuchen zu manipulieren. Schadet Fiktion also vielleicht der Wahrnehmung von Geschichte oder kann sie ihr nützen? Im Rahmen dieses Seminarfaches soll diese Frage beantwortet werden, indem die Mechanismen von Filmquellen analysiert und ihr Gehalt als Quelle kritisch hinterfragt werden.
Hispanics in den USA (Frau Polat)
Etwa 46 Millionen Menschen mit lateinamerikanischem Hintergrund leben bereits in der vierten bzw. fünften Generation in den USA. Oftmals sind es ökonomische Gründe die zur Einwanderung führen und die Hoffnung in den USA ein besseres Leben führen und den eigenen „American Dream“ verwirklichen zu können.
Die Beschäftigung vieler Hispanics in niedrigqualifizierten Arbeitsmarktsegmenten und Schwierigkeiten bei der Erlangung eines legalen Aufenthaltsrechts in den USA widersprechen den Vorstellungen vieler Hispanics vom „American Dream“ und führen zu Integrationsproblemen.
Im Seminar soll auf die folgenden Fragen eingegangen werden: Was sind die Gründe für Hispanics in die USA einzuwandern? Mit welchen Integrationshindernissen werden sie dort konfrontiert? Welche unterschiedlichen Integrationswege lassen sich aufzeigen? Welche Konsequenzen haben diese Einwanderungsprozesse auf die us-amerikanische Gesellschaft? Darüber hinaus wird in dem Seminar die kulturelle Identität der Hispanics thematisiert.
Bei der Beschäftigung mit diesen Fragen, sollen ästhetische Erfassungen in Form von Schrift, Bild und Ton näher betrachtet werden. Mögliche Inhalte sind die Analyse und Interpretation von Romanen, Filmen oder Musikstücken.
Weitere Inhaltsgebiete werden sich mit der Situation des Sprachkontakts (englisch/spanisch) und deren Konsequenzen befassen. Hierbei soll die Möglichkeit für eine inhaltliche Auseinandersetzung in Verbindung mit Internetforen, Radiosendungen, Presse und Kunst (Graffitis, Murals) gegeben werden.
Vorausgesetzt wird die passive Beherrschung der Sprache Englisch. Spanischkenntnisse sind vom Vorteil jedoch nicht ausdrücklich erforderlich.
„Wettlauf zu den Polen ?“ (Herr Dr. Riedel)
Vor 12000 Jahren war der größte Teil Nord- und Mitteleuropas noch fest in der Hand der Eiszeit. Am Rande des Eises folgten Jäger und Sammler dem Eis bis an den Rand des Nordpolarmeeres in die Arktis. Glaubt man den Meldungen des Tages und den Satellitenbildern, ist es dort heute so warm, das riesige eisfreie Zonen aufbrechen, die das Klima in den Polarregionen ebenso stark verändern wie unsere unmittelbare Umgebung. Die Bevölkerungsgruppen an den Rändern der Arktis passen sich an, ihre Welt wird von neuen Herausforderungen heimgesucht: Ist Tourismus auf Grönland möglich ? Gibt es schiffbare Wege durch Nord-West- und Nord-Ost-Passage ? Russland, größter Anrainer der Arktis, fährt eine zweischneidige Strategie: Einerseits werden die Häfen an der Nordküste nach Jahrzehnten prestigeträchtiger Aufrechterhaltung langsam dem Verfall preisgegeben, andererseits hisste bereits ein U-Boot die russische Flagge am Meeresboden, um als Erster den Anspruch auf die durch den Klimawandel frei werdenden Rohstoffreserven zu erkunden. Auch im Süden des Planeten hat das Rennen um die Resourcen der Antarktis längst begonnen. Können die internationalen Umweltverbände im Widerstreit solcher nationaler Interessen bestehen ? Größtenteils bestehen beide Polen allerdings aus weiten Einöden, in denen Nord- und Südlichter vereinzelte Eisbären und Pinguine in schemenhafte Lichter tauchen, nur wenige Forschungsstationen beherbergen die abzählbar vielen Menschen und das Wetter ist rau und unkalkulierbar wie zu Zeiten von Roald Amundsen, Robert Scott und Robert Peary, deren Geschichten um den Wettlauf zu den Polen um die Welt gingen. Viele fasziniert diese Welt der Schneeflocken und Gletscher. Romane wie Hoegs „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“, Klassiker wie Micheners „Alaska“ oder Londons „Ruf der Wildnis“ beleuchten verschiedenste Regionen und Aspekte der arktischen Wirklichkeit. Ein großes Thema für ein kleines Seminarfach.
Inhalt des Seminarfachs
In diesem Seminarfach kann ich als ehemaliger Wissenschaftler der „FS Polarstern“ viele naturwissenschaftliche Aspekte begleiten. Wir werden uns aber breit angelegt über die Polar-regionen der Erde unterhalten, ob über die Schönheit von Schneeflocken, die Geschichten der ersten Entdecker, das Verhalten von Eisbären und Pinguinen (im Zoo), Proxies für den Klimawandel, ein paar Brocken Grönländisch oder Rohstoffpolitik hängt von Eurem Interesse ab.
Mit dem AWI, Klimahaus und dem Zoo am Meer in Bremerhaven sowie dem Barents Institut in Groningen sind interessante Besuche im Umfeld möglich. Ihr müsst keine Naturwissenschaftler sein, solltet aber bereits ein wenig Faszination für die Polregionen mitbringen. Wie man sich wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Quellen insbesondere online beschafft, das werden wir gemeinsam erarbeiten.
Kursfahrt
Ich würde gerne mit Euch so weit nach Norden wie möglich fahren, hoffentlich reicht das Geld weiter als bis Hamburg. Dort möchte ich mit Euch bei Wind und Wetter polarkundliche oder eiszeitliche Spuren erwandern, aber es soll genug Zeit bleiben, um die Orte und Menschen drum herum kennen zu lernen, also von allem ein bisschen. |